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<title>Hot Lips Page</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Hot Lips Page</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Oran Thaddeus Page</b>, genannt <i>Hot Lips</i>, (* <a href="27._Januar" title="27. Januar">27. Januar</a> <a href="1908" title="1908">1908</a> in <a href="Dallas" title="Dallas">Dallas</a>, <a href="Texas" title="Texas">Texas</a>; † <a href="5._November" title="5. November">5. November</a> <a href="1954" title="1954">1954</a> in <a href="New_York_City" title="New York City">New York</a>) war ein amerikanischer <a href="Jazztrompete" title="Jazztrompete">Jazztrompeter</a> und <a href="Jazzgesang" title="Jazzgesang">Sänger</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben_und_Wirken">Leben und Wirken</h2></div>
<p>Page spielte schon als Zwölfjähriger in der lokalen Kinder-<a href="Brass_Band" class="mw-redirect" title="Brass Band">Brass Band</a> von <a href="Budd_Johnson" title="Budd Johnson">Budd Johnson</a>. 1923, mit 15 Jahren, wurde er professioneller Musiker und arbeitete im Zirkus und in Ballhäusern. Er begleitete auch die Blues-Sängerinnen <a href="Bessie_Smith" title="Bessie Smith">Bessie Smith</a>, <a href="Ma_Rainey" title="Ma Rainey">Ma Rainey</a> und <a href="Ida_Cox" title="Ida Cox">Ida Cox</a>.
Er hörte die Schallplatten von <a href="Louis_Armstrong" title="Louis Armstrong">Louis Armstrong</a>, der alle jungen Trompeter begeisterte. Um sein Idol live zu hören, fuhr Page 1926 nach Chicago.
</p><p>1927 schloss er sich der ersten renommierten Band an, dem Blue Devils Orchestra, das von dem Bassisten <a href="Walter_Page" title="Walter Page">Walter Page</a> (seinem Halbbruder) geleitet wurde. Mit seinem feurigen Stil wurde er schnell eine Attraktion dieser <a href="Territory_Band" class="mw-redirect" title="Territory Band">Territory Band</a>. Im November 1929 entstanden in Kansas City die einzigen Schallplattenaufnahmen der legendären Band: der Blue Devil Blues, gesungen von <a href="Jimmy_Rushing" title="Jimmy Rushing">Jimmy Rushing</a>, und Squablin´ mit einem feinen Solo von Hot Lips Page auf der gestopften Trompete in seinem nun schon voll entwickelten eigenen Stil, den der Jazzforscher T. B. Weeks preaching style nennt. Page deklamierte, predigte.
</p><p>Im Laufe des Jahres 1930 verließen wichtige Musiker die Blue Devils und gingen zu <a href="Bennie_Moten" title="Bennie Moten">Bennie Moten</a>'s Kansas City Orchestra. Page folgte Anfang 1931. Moten leitete die seit 1925 führende Band in <a href="Kansas_City_(Missouri)" title="Kansas City (Missouri)">Kansas City</a> und baute sie zu einer Bigband aus, die über zwei Bläsersätze und hervorragende Solisten verfügte. Bei der berühmten Aufnahmesitzung für Victor im Dezember 1932 gab es fünf Blechbläser, darunter Hot Lips Page, und drei Holzbläser, darunter der Tenorsaxophonist <a href="Ben_Webster" title="Ben Webster">Ben Webster</a>, sowie vier Mann in der Rhythmusgruppe mit Count Basie am Klavier. Es entstanden zehn Aufnahmen, die den Höhepunkt des Kansas-City-Stils markieren und in ganz Amerika Eindruck machten.
</p><p>Kansas City war von den 1920er Jahren bis 1940 ein Eldorado des Jazz, weil Musiker leicht Arbeit fanden trotz Prohibition und Depression. Page blieb bei Bennie Moten bis zu dessen Tod 1935. Er spielte in wechselnden kleinen Besetzungen in verschiedenen Clubs, gerne im Sunset, wo <a href="Pete_Johnson" title="Pete Johnson">Pete Johnson</a> das Piano bediente und der Barmann <a href="Big_Joe_Turner" title="Big Joe Turner">Joe Turner</a> den Blues dazu sang. Page war dort immer willkommen mit Trompete und Gesang. Außerdem nahm er an jeder Jamsession teil oder initiierte sie selbst. Count Basie etablierte sich im Reno Club und beschäftigte einige der Kollegen aus der Moten Band, drei Trompeter, drei Holzbläser und drei für den Rhythmus, darunter auch Bassist Walter Page. Lips Page war freischaffend Master of Ceremonies im Reno und häufig Trompetensolist.
</p><p>Die Musik dieser ersten Basie Band war die Fortsetzung des Moten-Stils, riff-orientiert und ohne geschriebene Arrangements, obwohl ja die Bläsergruppen zusammenwirken mussten. Aber das war geübt, man hatte es im Kopf. Frei entfalten konnten sich die Solisten, vor allem Hot Lips Page, der Tenorsaxophonist Lester Young und natürlich Basie am Piano. Die kräftigen Bläsergruppen, der lockere Ensemble-Klang und der treibende Rhythmus zeichneten die Band aus. Maßgeblich für den Erfolg wurden die Radioübertragungen, die regelmäßig über einen starken Sender in bester technischer Qualität ausgestrahlt wurden.
</p><p>Der Plattenproduzent und Talentsucher <a href="John_Hammond" title="John Hammond">John Hammond</a> hörte die Basieband in Chicago im Autoradio, schrieb eine begeisterte Kritik und bewirkte damit, dass die Konkurrenz schneller handelte als er. Der Manager von Louis Armstrong, Joe Glaser, eilte nach Kansas City ins Reno, hörte den sensationellen Trompeter mit Entertainer-Qualitäten und erkannte in Lips Page den kommenden Star. Er bot ihm sofort einen Vertrag für eine von ihm in New York zu gründende Bigband an, während der Count einen Schallplattenvertrag mit der Decca schloss und mit seinen „Barons of Rhythm“ schon im November 1936 nach Chicago reiste.
</p><p>Page blieb noch ein paar Wochen im Reno Club, bis er mit seiner Frau zu Weihnachten 1936 in Harlem ankam. Er spielte anschließend in den <a href="Jazzclubs_der_52nd_Street" title="Jazzclubs der 52nd Street">Jazzclubs der 52nd Street</a> von New York als Bandleader und Solist, wobei er einen Hang zum <a href="Rhythm_and_Blues" title="Rhythm and Blues">Rhythm and Blues</a> im Stile von <a href="Louis_Jordan" title="Louis Jordan">Louis Jordan</a> entwickelte.
</p>

<p>Ende Mai 1938 gelang ihm sein einziger Erfolg in den <a href="Billboard_(Magazin)" title="Billboard (Magazin)">Billboard</a>-Charts, als seine Instrumental-Version des <a href="Duke_Ellington" title="Duke Ellington">Ellington</a>-Songs „I Let a Song Go Out of My Heart“ Rang 9 der Hitparade erreichte.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1941 spielte er auch mit <a href="Artie_Shaw" title="Artie Shaw">Artie Shaw</a>, hatte aber das Pech, dass ihre gemeinsame Hit-Single „<a href="St._James_Infirmary" title="St. James Infirmary">St. James Infirmary</a>“ dann auf den Markt kam, als Shaw seine Band auflöste. Weitere bekannte Nummern, die er mit Shaw einspielte, waren „Blues in the Night“, „Take Your Shoes off, Baby“ und „Motherless Child“. Er wirkte außerdem in dieser Zeit an Aufnahmen von <a href="Big_Joe_Turner" title="Big Joe Turner">Joe Turner</a>, <a href="Pete_Johnson" title="Pete Johnson">Pete Johnson</a>, <a href="Eddie_Condon" title="Eddie Condon">Eddie Condon</a>, <a href="Mezz_Mezzrow" title="Mezz Mezzrow">Mezz Mezzrow</a> und <a href="Ben_Webster" title="Ben Webster">Ben Webster</a> mit.
</p>

<p>Er galt auch als guter Sänger im Rhythm-and-Blues-Idiom, u.&nbsp;a. zu hören in seinen Titel „Old Yazoo“ (1941) und dem von ihm während seiner Militärzeit geschriebenen „Uncle Sam Blues“ (1944) mit der Zeile „Uncle Sam ain't no woman / You know he sure can take your man“, für den Autor <a href="Will_Friedwald" title="Will Friedwald">Will Friedwald</a> »beispielhaft für die Art jenes Humors, die sich durch Pages Werk zieht«.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1944 entstand außerdem „You Need Coachin'“ bei seinen Aufnahmen für <a href="Commodore_Records" title="Commodore Records">Commodore Records</a> mit <a href="Earl_Bostic" title="Earl Bostic">Earl Bostic</a>, <a href="Clyde_Hart_(Musiker)" title="Clyde Hart (Musiker)">Clyde Hart</a> und <a href="Don_Byas" title="Don Byas">Don Byas</a>. Er nahm am <i><a href="Festival_International_1949_de_Jazz" title="Festival International 1949 de Jazz">Festival International 1949 de Jazz</a></i> in Paris teil und spielte 1953 und 1954 in Belgien und Frankreich.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Diskographische_Hinweise">Diskographische Hinweise</h2></div>
<ul><li><i>Pagin' Mr. Page: His Greatest Recordings 1932–1946</i> (ASV)</li>
<li><i>The Chronological Hot Lips Page 1938–1940</i> (<a href="Classics_(Jazz)" title="Classics (Jazz)">Classics</a>) mit Don Byas, <a href="Pete_Johnson" title="Pete Johnson">Pete Johnson</a>, Don Stovall</li>
<li><i>The Chronological Hot Lips Page 1940–1944</i> (Classics) mit <a href="Vic_Dickenson" title="Vic Dickenson">Vic Dickenson</a>, <a href="Benny_Morton" title="Benny Morton">Benny Morton</a>, <a href="Ben_Webster" title="Ben Webster">Ben Webster</a>, <a href="Ike_Quebec" title="Ike Quebec">Ike Quebec</a>, <a href="Lucky_Thompson" title="Lucky Thompson">Lucky Thompson</a>, <a href="Leonard_Feather" title="Leonard Feather">Leonard Feather</a>, <a href="Hank_Jones" title="Hank Jones">Hank Jones</a></li>
<li><i>After Hours in Harlem</i> (HighNote, 1940/41) mit <a href="Thelonious_Monk" title="Thelonious Monk">Thelonious Monk</a>, <a href="Herbie_Fields" title="Herbie Fields">Herbie Fields</a>, <a href="Tiny_Grimes" title="Tiny Grimes">Tiny Grimes</a></li>
<li><i>Commodore Classics – Swing Street Showcase: <a href="Jonah_Jones_(Jazzmusiker)" title="Jonah Jones (Jazzmusiker)">Jonah Jones</a>/Hot Lips Page</i> (Commodore, 1944/45)</li>
<li><i>Dr. Jazz Volume 6 – 1951–1952</i> (Storyville) Rundfunkmitschnitte mit <a href="Wild_Bill_Davison" title="Wild Bill Davison">Wild Bill Davison</a>, <a href="Eddie_Barefield" title="Eddie Barefield">Eddie Barefield</a>, <a href="Peanuts_Hucko" title="Peanuts Hucko">Peanuts Hucko</a>, <a href="Pee_Wee_Russell" title="Pee Wee Russell">Pee Wee Russell</a>, <a href="Eddie_Safranski" title="Eddie Safranski">Eddie Safranski</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Todd Bryant Weeks: <i>Luck´s In My Corner – The Life and Music of Hot Lips Page</i> Routledge, New York London 2008, ISBN 0415962188</li>
<li><a href="Ian_Carr" title="Ian Carr">Ian Carr</a>, <a href="Digby_Fairweather" title="Digby Fairweather">Digby Fairweather</a>, <a href="Brian_Priestley" title="Brian Priestley">Brian Priestley</a>: <i>Rough Guide Jazz. Der ultimative Führer zum Jazz. 1800 Bands und Künstler von den Anfängen bis heute.</i> 2., erweiterte und aktualisierte Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2004, ISBN 3-476-01892-X.</li>
<li><a href="Richard_Cook" title="Richard Cook">Richard Cook</a>, <a href="Brian_Morton" title="Brian Morton">Brian Morton</a>: <i><a href="The_Penguin_Guide_to_Jazz" title="The Penguin Guide to Jazz">The Penguin Guide to Jazz on CD</a>.</i> 6. Auflage. Penguin, London 2002, ISBN 0-14-051521-6.</li>
<li><a href="Leonard_Feather" title="Leonard Feather">Leonard Feather</a>, <a href="Ira_Gitler" title="Ira Gitler">Ira Gitler</a>: <i>The Biographical Encyclopedia of Jazz.</i> Oxford University Press, New York 1999, ISBN 0-19-532000-X.</li>
<li>Will Friedwald: <i>Swinging Voices of America – Ein Kompendium großer Stimmen.</i> Hannibal, St. Andrä-Wördern, 1992, ISBN 3-85445-075-3</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=134478940">Werke von und über Hot Lips Page</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li>James Head: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.tshaonline.org/handbook/entries/page-oran-thaddeus-hot-lips">Page, Oran Thaddeus [Hot Lips] (1908–1954).</a></i> Eintrag im <i>Handbook of Texas</i>, 5. Dezember 2006, zuletzt aktualisiert am 3. August 2020.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.findagrave.com/memorial/13723344">Hot Lips Page</a> in der Datenbank <a href="Find_a_Grave" title="Find a Grave">Find a Grave</a><span style="display:none">Vorlage:Findagrave/Wartung/Gleiche Kenner im Quelltext und in Wikidata</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Bei der Aufnahme des Songs für <a href="Bluebird_Records" title="Bluebird Records">Bluebird Records</a> wirkten u.&nbsp;a. der Saxophonist <a href="Benny_Waters" title="Benny Waters">Benny Waters</a> mit.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">W. Friedwald, S. 244. Friedwald erwähnt jedoch, Hot Lips Page trete »als Sänger in der Bluestradition mit gleichen Fähigkeiten für Komik wie für Tragik, […] neben <a href="Jimmy_Rushing" title="Jimmy Rushing">Jimmy Rushing</a> und <a href="Joe_Williams" title="Joe Williams">Joe Williams</a> in den Hintergrund«; er bemerkt aber auch: »Jazzmusiker, deren Spezialität der Blues ist, zeigen nur selten genug Vertrauen in ihre gesanglichen Fähigkeiten, um die Zuhörer dazu zu bringen, den Gesang ernst zu nehmen. Page ging es nie sehr schlau an; seine Stimme war ebenso gut wie die jedes anderen Bluessängers, und wenn er lang genug gelebt hätte […] wäre er sicherlich ein gefeierter Bluesmusiker geworden.«&nbsp;(ebd.)</span>
</li>
</ol>
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